Grüner Star

Bei dem auch als Glaukom bezeichneten Grünen Star handelt es sich um eine Gruppe von Augenerkrankungen, die meist mit einem erhöhten Innendruck des Auges einhergehen. Wird ein Glaukom nicht frühzeitig entdeckt und behandelt, so können sich in der Folge Schädigungen am Sehnerv einstellen.

Ursachen von Glaukomen

Aufbau des menschlichen Auges

Aufbau des menschlichen Auges

Der den meisten Glaukomformen zugrunde liegende erhöhte Augeninnendruck lässt sich meist auf Beeinträchtigungen des sogenannten Kammerwasserabflusses zurückführen – das Kammerwasser befindet sich als durch den Körper produzierte Flüssigkeit im vorderen Bereich des Augapfels. Der erhöhte Augeninnendruck kann nun längerfristig den Sehnerv angreifen, sodass dessen Signalweiterleitung an das Gehirn beeinträchtigt wird. In der Folge stellen sich daher meist Sehstörungen ein.

Zu den Faktoren, die das Risiko eines sogenannten primären Offenwinkelglaukoms (der am häufigsten auftretenden Erkrankungsform) erhöhen können, zählen beispielsweise Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie die Stoffwechselerkrankung Diabetes mellitus (auch als Zuckerkrankheit bekannt).

Darüber hinaus können auch stark ausgeprägte Augenentzündungen sowie das Vorliegen einer sehr dünnen Hornhaut das Risiko einer auftretenden Glaukomerkrankung erhöhen. Zu den weiteren Risikofaktoren zählen schließlich ein fortgeschrittenes Lebensalter (älter als 65 Jahre), eine vorliegende Kurzsichtigkeit sowie erfolgende Kortisonbehandlungen am Auge. Nicht zuletzt lässt sich Statistiken entnehmen, dass die Augenerkrankung in der Familie eines Betroffenen meist gehäuft auftritt. Ein akutes Glaukom kann durch einen vergleichsweise zu kurzen Augapfel begünstigt werden – eine solche Augapfelverkürzung liegt beispielsweise nicht selten bei Patienten vor, die eine Weitsichtigkeit aufweisen.

In selteneren Fällen kann sich der Grüne Star auch bei Patienten einstellen, die keinen erhöhten Augeninnendruck zeigen. Als mögliche Ursachen der Erkrankung gelten hier beispielsweise Durchblutungsstörungen, die den Sehnerv und/oder die Netzhaut des Auges betreffen. Darüber hinaus können bei normalem Augeninnendruck unter anderem auch Blutdruckstörungen oder verschiedene Erkrankungen der Gefäße zu der Entstehung eines Grünen Stars führen.

Symptomatik & Erkrankungsformen von Grünem Star

Die mit der Augenerkrankung einhergehenden Symptome sind unter anderem von Faktoren wie Krankheitsstadium und -form abhängig.

Das bei ca. 2 % der bundesdeutschen Bevölkerung vorliegende (und damit weitverbreitete) primäre Offenwinkelglaukom kann sich über einen vergleichsweise langen Zeitraum hinweg beschwerdefrei (asymptomatisch) darstellen – im Verlauf stellen sich allerdings meist fortwährende Schädigungen des Sehnervs ein, die in der Regel nicht reversibel sind. Typischerweise resultierende Sehstörungen sind die sogenannten Gesichtsfeldausfälle. Als Gesichtsfeldausfälle werden dabei solche Sehstörungen bezeichnet, die sich auf einen Teil des direkten Blickfeldes (bei Bewegungslosigkeit von Augen und Kopf) beziehen. Schwere Verläufe eines Offenwinkelglaukoms können beim Betroffenen längerfristig zu einer Erblindung führen.

Liegt ein sogenanntes akutes Glaukom vor, so handelt es sich hierbei in den meisten Fällen um einen medizinischen Notfall, der umgehende Behandlungsschritte notwendig werden lässt. Eine solche akute Glaukomform ist unter anderem durch eine Härtung und Rötung des betroffenen Auges gekennzeichnet. Darüber hinaus stellen sich bei den meisten Patienten Schmerzen und Störungen des Sehvermögens ein. Die Pupille eines vom akuten Grünen Star betroffenen Auges weist in den meisten Fällen eine Lichtstarre auf – das bedeutet, dass die Pupille keine Reaktionen auf einfallendes Licht zeigt. Nicht zuletzt kann die akute Erkrankungsform mit Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen und/oder Kopfschmerzen einhergehen. Während die akute Glaukomvariante bei frühzeitiger Entdeckung und Intervention meist erfolgreich therapiert werden kann, ist bei Behandlungsversäumnis eine sich einstellende Erblindung des erkrankten Auges möglich.

Von einem sogenannten Sekundärglaukom sprechen Mediziner dann, wenn sich die Augenkrankheit infolge weiterer vorliegender Allgemein- oder Augenerkrankungen einstellt. Je nach Grunderkrankung kann sich die sekundäre Krankheitsform dabei entweder asymptomatisch darstellen oder mit Symptomen einhergehen, die für das primäre Offenwinkelglaukom typisch sind.

Eine angeborene Glaukomvariante stellt schließlich der sogenannte primär kongenitale Grüne Star dar. Die meisten Betroffenen weisen hier unter anderem tränende Augen auf, die sehr empfindlich auf Lichteinfall reagieren. Darüber hinaus ist die Glaukomform häufig durch eine Verkrampfung betroffener Augenlider gekennzeichnet.

Grüner Star Diagnose

Grüner Star: Fortgeschrittenes Stadium

Grüner Star: Fortgeschrittenes Stadium

Die Durchführung einer fachgerechte Diagnose der Glaukomerkrankung variiert unter anderem in Abhängigkeit von der vorliegenden Erkrankungsform.

Vor allem das Offenwinkelglaukom wird nicht selten erst nach verschiedenen Untersuchungsschritten festgestellt – einem diagnostizierenden Facharzt dienen hier unter anderem Parameter wie individueller Augenhintergrund, Augeninnendruck und Gesichtsfeld. Kann die Diagnose eines Offenwinkelglaukoms auf der Grundlage aktueller Untersuchungsergebnisse nicht eindeutig gestellt werden, so können sich im Einzelfall regelmäßige Verlaufskontrollen als medizinisch sinnvoll erweisen. Bis entsprechende Kontrollen schließlich eine Diagnose zulassen, können mitunter mehrere Jahre vergehen.

Ein akuter Grüner Star erlaubt aufgrund seiner charakteristischen Symptomatik meist eine rasche Diagnose. Soll eine solche Diagnose im individuellen Fall zusätzlich abgesichert werden, kann der behandelnde Facharzt auf verschiedene weitere Methoden zurückgreifen – so können beispielsweise Augeninnendruck sowie Kammerwinkel weitere Hinweise auf ein Vorliegen der akuten Erkrankungsform geben.
Zu den ersten möglichen Anzeichen eines primären angeborenen Glaukoms zählen unter anderem sehr ausgeprägte Augen eines Säuglings. Bei einer entsprechenden Verdachtsdiagnose ist es allerdings in der Regel notwendig, weitere Untersuchungen anzuschließen. Zum Zweck solcher durchzuführender Untersuchungsschritte bedarf es dabei meist der Narkotisierung des betroffenen Kindes.

Behandlung von Grünem Star

Eine im individuellen Fall medizinisch sinnvolle Behandlung orientiert sich vornehmlich an Erkrankungsform und vorliegender Symptomatik. Dabei erfordert ein vorliegender Grüner Star nahezu immer eine fachärztliche Therapie.

Das primäre Ziel der Behandlung eines Offenwinkelglaukoms besteht in der Regel in der Senkung des vorliegenden Augeninnendrucks. Häufig ist dieses Ergebnis mithilfe verschiedener Medikamente zu erreichen, die in Form von Tropfen zeitlebens in das betroffene Auge eines Patienten eingebracht werden. Führt die Anwendung von Augentropfen im individuellen Fall nicht zu dem gewünschten Behandlungsergebnis, so kann die medikamentöse Therapie gelegentlich durch eine Laserbehandlung ergänzt werden – im Gegensatz zur Tablettengabe fällt die Augeninnendrucksenkung mithilfe der Lasertherapie allerdings vergleichsweise gering aus.

Darüber hinaus kann ein Lasereinsatz in der Regel keine permanente Drucksenkung herbeiführen. Einen weiteren möglichen Behandlungsschritt stellt bei vorliegendem erhöhten Augeninnendruck schließlich die Glaukom-Operation dar: Im Rahmen des unter örtlicher Betäubung stattfindenden Eingriffes wird am betroffenen Auge ein künstlicher Abfluss geschaffen. Eine auf diese Weise erfolgende Ableitung des Kammerwassers kann schließlich den Augeninnendruck reduzieren.

Das akute Glaukom wird meist notfallmedizinisch versorgt. Eine initiale Medikamentengabe geht hier fast immer mit einer anschließenden Operation einher.
Bei der Therapie eines Sekundärglaukoms gilt es schließlich, einen individuellen Behandlungsplan an der vorliegenden Grunderkrankung auszurichten.
Neben schulmedizinischen Ansätzen existieren auf dem Gebiet der Glaukombehandlung auch verschiedene Alternativansätze. Vertreter verschiedener alternativer Fachrichtungen setzen zur Senkung des Augeninnendrucks beispielsweise Akupunktur und/oder chinesische Heilpflanzen ein.

Die Entscheidung für eine Behandlungsform fällt in der Regel immer im Dialog zwischen behandelndem Arzt und Patient und orientiert sich dabei an den individuellen Erfordernissen.

Vorsorge

Um eine mögliche Glaukomerkrankung frühzeitig zu erkennen und somit behandeln zu können, empfehlen Mediziner, nach dem vollendeten 40. Lebensjahr regelmäßige augenärztliche Kontrollen (im ungefähren Abstand von 3 -5 Jahren) des Augeninnendrucks durchführen zu lassen.

Macht sich die Augenerkrankung bereits durch Symptome bemerkbar oder weist ein Patient ein erhöhtes Erkrankungsrisiko auf, so empfehlen Mediziner entsprechend häufigere Kontrolluntersuchungen. Von einem verstärkten Erkrankungsrisiko sind Personen unter anderem bei Erfüllung folgender Aspekte betroffen:

  • Glaukome treten in der Familie gehäuft auf;
  • es liegt eine ausgeprägte Kurzsichtigkeit vor;
  • Länge des Augapfels liegt unterhalb der Norm;
  • zurückliegende starke Augenverletzungen bzw. -entzündungen;
  • Kortisonbehandlungen am Auge;
  • Diabeteserkrankung;
  • Lebensalter > 65 Jahre.

Entstehende Kosten für augenärztliche Kontrolluntersuchungen von Patienten, die zur genannten Risikogruppe zählen und/oder die bereits unter Symptomen leiden, werden häufig von der Krankenversicherung übernommen.

Weblinks

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